Lesestoff: Die Wikinger für jung und alt


Die GEO-Redaktionen sind dafür bekannt, Themen fundiert und informativ aufzubereiten. Bislang war auch mein Wissen über die Wikinger eher oberflächlich. Als ich vor einiger Zeit in einem Kiosk die GEOEpoche-Ausgabe Wikinger entdeckte, war ich neugierig und investierte das Geld.

GEOEpoche ist das Geschichtsmagazin des GEO-Verlags. Die Ausgabe Nummer 53 ist den Wikinger gewidmet und ziert einen sehr martialisch anmutenden Helm, der offensichtlich mehrere Jahrhunderte in der Erde vergraben gewesen war. Das schwarze Cover unterstreicht den Untertitel ebenso: Entdecker, Krieger, Staatengründer – Das Zeitalter der nordischen Seefahrer. Im Grunde wusste ich genau so viel, wie da stand.

Die Ausgabe erschöpft das Thema ausgiebig und geht fast chronologisch vor. Hebt die verschiedenen Epochen und Zeitabschnitte hervor und zeigt eindrücklich in den verschiedenen Artikel und Reportagen, wie die wilden Wikinger zu Handelsleuten wurden. Es wird vieles aus geschichtlichen Blickwinkeln betrachtet, aber auch aus der Sicht der Archäologen.

Um ehrlich zu sein, war mir persönlich die Ausgabe fast ein bisschen zu viel des Guten. Ich habe dann aber die Ausgabe Nummer 48 des GEOLino Extra entdeckt. Diese Sparte von GEO bedient die Kinder und bringt ihnen auf sehr spielerische Art und Weiße die Sachverhalte nahe. Die Ausgabe ist natürlich lockerer aufgemacht, als die Ausgabe für die Erwachsenen. Hier werden eher Highlights bei den Themen herausgegriffen. Was ich sehr ansprechend fand sind die Wirklich tollen und unterschiedlichen Illustrationen für die verschiedenen Artikel. Auch wird weniger auf die chronologische Historie wert gelegt. Es werden vermeintliche Randthemen aufgegriffen: So findet man das Weltbild der Wikinger wieder oder auch ihre Mythologie bzw Götterwelt wird aufgezeigt.

Besonders gelungen sind die Darstellungen und Porträits der großen Wikinger-Herrscher. Sei es Harald Schönhaar oder Erik Blutaxt, die Beinamen der Wikinger klingen oft sehr amüsant oder seltsam. Bestimmt musste der ein oder andere schon mal über sven Gabelbart lachen. Geben sie doch für jeden Kreativen eine gute Vorlage. Wir haben Andi Meier interviewt. Er hat die Illustrationen in der Ausgabe über die Wikingerkönige angefertigt:


Interview mit Andi Meier

Stellst du dich bitte erstmal kurz vor, damit wir alle wissen wer du bist und was du machst?
Andi:
Ich bin Andi, lebe in Hamburg und arbeite als Grafikdesigner und Illustrator

Du bist Illustrator, aber wirklich zeichnen tust du nicht. Du arbeitest mit Knete. Wie kams denn dazu?
Andi:
Mein Studium war für mich eine Zeit, in der ich viel ausprobieren konnte. Bei einem Projekt habe ich dann schließlich angefangen mit Knete zu arbeiten und seit dem meinen Stil über die Jahre entwickelt. Meine damalige Professorin Alexandra Kardinar hat mich auch immer ermutigt damit weiter zu machen. So habe ich die Technik immer verfeinert und bin dabei geblieben. Mir macht es wirklich Spass nicht ständig vorm Computer zu sitzen sondern auch modellieren zu dürfen.

Fällt es dir leicht dich da reinzudenken? Wie steigst du ins Thema ein?
Andi: Meistens bekommt man bei einem Auftrag ein Thema vorgegeben, bei Magazinen z. B. einen Text. Zuerst lese ich mich dazu ein und stöbere in meinen Gehirngängen nach Ideen. Das finde ich eigentlich einen der spannendsten Punkte am Job eines Illustrators. Man beschäftigt sich mit ganz vielen verschiedenen Themen und lernt immer dazu.

Für das neue GeoLino Extra „Wikinger“ durftest du die wichtigsten und berühmtesten Wikinger(-Könige) portraitieren. Ist es etwas Besonderes die Illustrationen für Kinder zu machen? Muss man da was beachten?
Andi:
Es macht immer Spaß für Kinder zu illustrieren, weil sie viel unbekümmerter auf die Dinge schauen und Freude an kleinen Details haben. Sie lachen sich manchmal einfach schlapp wenn sie einen lustiges Gesicht sehen oder eine komische Situation. Das ist toll. Richtig beachten muss man glaube ich nichts.

Witzig sehen ja alle aus, aber welcher Charakter ist dir denn am sympathischsten oder welcher hat dir am meisten Freude bereitet?
Andi: Die Wikinger waren allgemein ein sehr schönes Thema zum Umsetzen und es hat mir viel Freude bereitet aus der kurzen Biografie und den vielversprechenden Namen Character zu bilden. Am meisten hat mir wahrscheinlich Harald Schönhaar Freude bereitet. Von Wikingern erwartet man ja immer robuste, eiserne Männer und da stellt dieser Schönling mit der wallenden blonden Mähne einen schönen Kontrast dar.

Wie lange braucht man denn für eine Bild und welche Arbeitsschritte sind nötig?
Andi: „Eine Aufgabe dauert immer so lange, wie du Zeit für sie hast.“ Oder wie war das? So ist es manchmal ganz unterschiedlich. Normalerweise recherchiere ich erst über das Thema, mache dann Skizzen davon und stimme sie mit dem Kunden ab. Ist alles fix, wird modelliert, abfotografiert und am Computer freigestellt und zusammengesetzt.

War das deine erste „Nordische“ Illustration? Welche Themen sind dir denn allgemein am liebsten.
Andi: Ja, ich glaube das war meine erste „nordische“ Illustration. Ich kann gar nicht sagen, welche Themen ich am liebsten mache. Es ist immer spannend sich auf Neues einzulassen. Wahrscheinlich sind es aber Character. Kleine Persönlichkeiten zu erschaffen ist großartig.

Was würdest du in Zukunft gerne mal bearbeiten?
Andi: In Zukunft will ich mich auf eigene Buchprojekte konzentrieren. Leider ist immer wenig Zeit für eigene Projekte und die will ich mir nehmen.

 


 

Die Ausgabe ist sehr spielerisch und vielseitiger erlebbar. Man kann sich selbst einen Wikingerbart flechten, oder mit einem Bastelbogen ein tolles Drachenboot bauen. Oft findet man den verweis auch auf Internetseiten von GEOlino selbst, sollte das Kind mehr interesse an dem jeweiligen Artikel haben.

Besonders schön ist die frisch erschienen CD zum GEOlino Extra. Sie greift acht unterschiedliche Themen aus dem Heft auf. Wiegald Boning is der Protagonist der durch die Erzählungen führt und an den unterschiedlichsten Orten (aus dem Heft) Wissen und Inhalte erklärt. Oft sind es Dialoge, die den Kindern das Wissen vermittelt. Herrlich ist auf jedenfall, wenn er mit dem Eichhörnchen Ratatöskr über den Zustand der Welt plaudert.

Rundum sind alle drei Medien perfekt, um groß und klein in die Wikingerzeit zurück zu versetzen und auch Erwachsene dürfen gerne mal kindergerechte Magazine durchblättern. Nachdem man jedenfalls die beiden Hefte durchstudiert hat, beleiben kaum noch Fragen offen wenn es um die wildne Nordmänner geht.


Über Tine

Admin & Wort-Tonttu | Schwerpunkt: Design, Musik, Film | Lieblingsland: Finnland Das Blog soll allen Nord-Freaks da draußen eine Plattform geben, das Nordweh zu teilen. Ich kuratiere und administriere die Website und freue mich über jeden der mitmachen möchte! Mein Lieblingsland is übrigens Finnland! ;)

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