Mode von ganz oben! – Teil 3: Johanna aus Finnland 1


Fortsetzung von: Mode von ganz oben! – Teil 2: Anna aus Schweden

Drei Länder – drei Mode-Stile und doch alles so schön nordisch top. Johanna ist die letzte in unserer Mode-Blogger Reihe. Sie wurde durch ihr Blog zur professionellen Journalistin und beleuchtet mit uns die finnische Seite der Mode von ganz oben!

johannaJohanna
fashionweek.costume.fi

Johanna: Ich habe vor etwa 5 Jahren mit meinem Blog angefangen, aber nur als Hobby. Meine Seite war einer der ersten Modeblogs in Finnland. Damals waren Modeblogs keine große Sache und hatten keinen finanziellen Hintergrund. Im Jahr 2010 startete das erste Modeblog-Portal in Finnland und ich fing an, dort zu bloggen. Ab dann verdiente ich auch das erste Geld damit. Seitdem bin ich zweimal mit dem Blog umgezogen und derzeit blogge ich fürs Costume Magazine.

Wie kleidest du dich?
Johanna: Generell mag ich Röhrenjeans, Blazer und graue Shirts. Das ist sozusagen meine Uniform. Ich stehe nicht so sehr auf Farben – die Farben, die ich trage, sind recht neutral und unauffällig. Derzeit mag ich große Halsketten, aber normalerweise trage ich kaum Schmuck. Ich liebe alles Klassische und wähle oft minimalistische Sachen. Am liebsten würde ich hinter das Geheimnis des Pariser Chicks kommen. Meine Stilikone ist Emmanuelle Alt.

Wie sieht der typische junge Finne aus?
Johanna: Es ist schwer, den typischen Look von Finnen zu definieren. Im Grunde hat jeder hier einen starken, einzigartigen Stil, weswegen es keinen stereotypischen Look gibt. Vergleicht man beispielsweise Stockholm und Helsinki, sieht man, dass die Leute sich sehr unterscheiden. In Stockholm sieht man gleich, was in dieser Saison angesagt ist, weil es alle tragen.

 

Finnische Läden, die man besuchen muss?
Johanna: In Helsinki würde ich Helsinki10, Nina’s und My oh My empfehlen. Ich mag aber auch den Vintage Laden Ruuturouva.

Warum ist die nordische Mode so besonders?
Johanna: Das ist schwer zu sagen… Ich denke, es liegt am einfachen, klaren Design und den Materialien. Das Image einer Marke hängt auch sehr davon ab, wer sie trägt. Ich bin sicher, dass Elin Kling der Marke Acne sehr geholfen hat! Wenn die coolen Leute etwas anziehen, dann ist das immer gut für den Ruf einer Marke.

Was macht Modeblogs so einzigartig?
Johanna: Modeblogs sind viel persönlicher und können Sachen schneller aufgreifen als Magazine, die einmal im Monat rauskommen. Ich glaube, die Neugier der Leute ist ein Grund, warum Modeblogs so populär sind. Es ist doch interessant, an jemandes Leben durch die Mode teilzuhaben. Es ist auch leichter, sich mit einer „realen“ Person zu identifizieren als mit einem Model aus einem Modemagazin. Die Leser sehen den Blogger manchmal wie als Freund. Im Modeblog dreht sich alles nur um die eine Person.
Modemagazine hingegen bieten eine Art Modephantasie. Irgendjemand hat die Trends für dich ausgesucht und zusammengestellt. Das Heft ist also wie eine Autorität. Es ist viel geschliffener und seriöser als Blogs. Ein gutes Modemagazin kann viel tiefer in die Materie eindringen.

Warum sind die Finnen so individuell?
Johanna: Das Wetter hier macht es einem schwer, jedem Trend zu folgen. Aber genau das zwingt uns auch dazu, unsere Vorstellungskraft zu nutzen. Also ist es vielleicht das Wetter, das uns dazu zwingt, uns außerhalb des Mainstreams zu bewegen und so neue Trends zu kreieren.


Dieser Artikel ist bereits in der Ausgabe #2 des Nørdhæftii erschienen.
Die volle Ausgabe #1 und #2 kann man hier bestellen: HIER!


Kommentar verfassen

Ein Gedanke zu “Mode von ganz oben! – Teil 3: Johanna aus Finnland