Nørds meet Stefanie & Volko von InDerNaeheBleiben.wordpress.com 4


Dieses mal geben uns Stefanie und Volko einen Einblick in ihre Liebe zum Norden. Unter In der Nähe bleiben veröffentlichen die Beiden regelmäßig Beiträge über ihre Reisen und beweisen mit Bravour, dass auch im Norden Deutschlands schon ein skandinavisches Hoch entstehen kann.


stefanie&volkoStefanie & Volko
Lieblingsland: Dänemark
InDerNaeheBleiben.wordpress.com

Bitte erzählt uns kurz etwas über euch.
Stefanie:
Wir sind Volko und Stefanie. „Ein Paar in den besten Jahren“, wie Karlsson vom Dach es sagen würde. Wir sind aus dem Alter raus, in dem man sein WG-Zimmer kündigt und die Katze bei Mama abgibt, um 3 Monate auf Rucksacktour zu gehen. Klar beisst sich das bisschen mit unserer Alltagsmelodie auf St. Pauli. Der Hafen, das Tuten der Schiffe, die Schreie der Möwen und der Wind vorm Balkon wecken ja permanent die Sehnsucht nach der ganz großen Freiheit. Den Blog In der Nähe bleiben haben wir gestartet, um dem Fernweh wieder mehr nachzugehen – trotz unterschiedlicher Lebensrhythmen und tausend Verantwortungen.

Als Hamburger bereist ihr immer wieder den Norden. Was fasziniert euch daran und wie würdet ihr dem Südreisenden das „in der Nähe bleiben“ aus eurer Sicht schmackhaft machen?
Stefanie:
Für Volko ist es vor allem das Licht. Für Stefanie die Stille. Beide lieben wir das Meer, die Landschaft, meistens die Küstenbewohner und immer die Tiere. Wir schätzen auch das nordische Klima in seiner Unberechenbarkeit. Reist man in den Süden, weiß man im Großen und Ganzen, was einen erwartet. Den Norden hat man nicht im Griff .

Der Norden ist für uns aber mehr als eine Himmelsrichtung. Der Norden ist ein Gefühl.

Auch ist es so gut wie unmöglich, eine Reise in den Norden im Voraus zu planen. Man muss sich darauf einlassen, was das Wetter gerade ermöglicht. Die Kontrolle abgeben. Reisen im Norden hat also mit Loslassen zu tun und für uns ein tiefes, innerliches Aufatmen zur Folge. In der Farbpalette des Nordens befinden sich auch eine Menge Grautöne. Und das muss man lieben, wenn man im Norden glücklich sein will. Daher würden wir dem überzeugten Südreisenden den Norden auch nicht unbedingt schmackhaft machen wollen. Freizeit und Urlaub sind für die meisten Menschen ja sehr kostbare Dinge. Roger Willemsen hat es mal gut auf den Punkt gebracht:

„Der Norden kokettiert nicht, der Süden ist ein Flittchen.“

Einige eurer Reisen gehen nach Dänemark bzw. nach Jütland. Habt ihr eine Lieblingsstadt, die ihr immer wieder bereist? Was macht diese Stadt so besonders für euch?
Stefanie:
Für viele Norddeutsche ist ein Jütland-Urlaub ja eine Art Zugabe. Etwas, das man zusätzlich zum eigentlichen Urlaub unternimmt. Man fährt als Kind mit den Eltern zu Ostern ins Ferienhaus; feiert als Jugendlicher mit seinen Freunden dort Silvester oder zeltet im Sommer mit der ersten großen Liebe zwischen den Dünen. Dass die gigantischen Strände Jütlands etwas besonderes sind, begreift man erst später. Nachdem man mehr von der Welt gesehen hat und vergleichen kann. Bis dahin haben sich dann viele schon auf ihren Lieblingsstrand eingeschossen, der mit fast religiöser Hingabe geliebt wird. Unser Favorit ist Tornby Strand in der Tannisbucht. Es kommt uns vor, als würden die Uhren dort ein bisschen langsamer ticken. Die Hafenstadt ist auf nette Art melancholisch, allerdings nicht durchgängig schön zu nennen. Dafür liegen die malerischsten Orte Jütlands in Tagesausflugsnähe. Nach Frederishavn an der Ostsee und Skaten sind es je etwa 50 km. Angeblich ist das Wetter in Tornby übrigens besser als im Rest Jütlands. Die Regenwolken bleiben in den Bergen Norwegens hängen, sagt man. Das stimmt entweder wirklich – oder wir haben einfach immer besonders viel Glück.

Eure „Südreise“ ging nach Island. Gibt es ein besonderes Ereignis, von dem ihr uns berichten wollt?
Stefanie: 
Eine Woche auf Island oder auch ein paar Tage in Reykjavik lohnen sich immer. Denn das Besondere an Island ist Island selbst. Jede einzelne Minute, jeder Blick, jede Handlung wird zum Ereignis. Schon der typische Schwefelgeruch, wenn man nur den Wasserhahn aufdreht, lässt das Herz hüpfen. Auf Island fährt man einfach los und auf einmal ist da ein begehbarer Vulkan, ein Wasserfall, eine kochendes Schlammloch, ein Klippenweg, den kein Reiseführer für erwähnenswert hält. Seit Jahren träumen wir davon, dass sich urplötzlich ein maximales gemeinsames Zeitfenster bei gleichzeitigem Kontohöchststand auftut. Dann werden wir endlich die große Tour auf der Ringstraße angehen.

Und zum Schluss möchten wir gerne noch von euch wissen, welchen Satz oder welches Wort eurer Meinung nach jeder kennen sollte, der in den Norden fährt. (Gerne auch die ein oder andere regionale Besonderheit auf Platt :)
Stefanie: 
Einen erfahrenen Eindruck hinterlässt, wer in Hamburg „Tschüß“ sagt, um Kiel herum „A-tschüß“ und kurz vor Flensburg „A-tüß“. Spricht man mehr als fünf Worte am Stück, gerät man in Norddeutschland schnell in Verdacht, „Sabbelwasser“ getrunken zu haben. Die Wortkargheit ist aber kein Zeichen von grundsätzlichem Desinteresse sondern oft höfliche Zurückhaltung. Wer mit Einheimischen ins Gespräch kommen will, steigt am besten übers Wetter ein. Eine kurze, knappe Beschreibung der Lage reicht. Der Angesprochene wird dann schon signalisieren, ob er Lust auf einen Schnack hat. Aber Vorsicht: Norddeutsch ist doppelbödig. Wird etwas – oder schlimmer: jemand – als apart oder gediegen bezeichnet, heißt das meist nichts Gutes. Schietbüddel hingegen oder Wippsteert sind Ausdruck höchster Zuneigung. Vielen Dank, auch für die tollen Photos, an Stefanie und Volko von In der Nähe bleiben.


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