Feivel, die Musikerin.


Malmö hat einen neuen Star und er hat nichts mit Fußball zutun. Eigentlich fast genau das Gegenteil.

Denn anstatt wie Lokalheld Zlatan über die Rasen der Welt zu rennen, bleibt diese Dame lieber auf ihrer hölzernen Bühne: Elin Hörberg ist wohlbekannter Dauergast in den Kneipen und Kellern mit Musikangebot der südschwedischen Stadt.
Dank der ebenfalls aus Malmö stammenden Band Skilla kennt man ihr Gesicht in Malmös Musikszene schon gut und vor kurzem konnte man sie außerdem hinter dem Klavier bei Auftritten von Sylvester Schlegel („The Ark“) entdecken.
Nun hat sich die nordische Elfe mit reizendem skånska selbst auf die front stage getraut. Feivel nennt sie sich hier und steht hinter dem Mikrofon wie eine undramatischere Version von Florence and the Machine.
Am Abend des Record-Release scheint sie sich nicht nur Frisur, Poncho und Anfangsbuchstaben der britischen Künstlerin abgeschaut zu haben – auch ihre Musik erinnert ein wenig an just jene Künstlerin. Der Blogg des öffentlich-rechtlichen SVT meint hingegen, sie klinge wie die Band Beirut in einer frostigen Winternacht. Auf die Frage hin, welcher Ort ihre Musik wohl am besten beschreibe, nennt Feivel selbst wiederum die Färöer Inseln.

Schnee, Frost, Eis und Wind – dies sind wohl also die Zutaten, mit denen Feivel ihre Lieder spickt.

Der Konzertabend ist aber alles andere als frostig. Feivel präsentierte ihre Lieder souverän in stimmungsvoller Atmosphäre, ihre Stimme klingt bezaubernd und träumerisch und die Professionalität der Bandmitglieder ist bemerkenswert. Umso sympathischer ist es, dass sie zum Ende fast schüchtern sich bei allen Gästen und Helfern für den Abend und bei der Produktion der Platte bedankt. Wie ein kleines Mädchen, das erfolgreich ein Gedicht aufgesagt hat, winkt sie zum Abschied und verbeugt sich vor ihrem Publikum und verspricht weitere Konzerte in Malmö, Göteborg und Stockholm.

Wann Feivel einmal in Deutschland zu bewundern ist, ist also noch unklar.

Jedoch kann ich jedem nur empfehlen, die Augen offen zuhalten! Vielleicht entdeckt man diese Künstlerin in der einen oder anderen Kneipe? Ganz schlicht, mit Piano und Gitarre, auf einem Barhocker im gedämpften Scheinwerferlicht – mit einer Stimme, wie aus den Geysiren Islands stammend. Oder von den Bergen der Färöer. Oder von den Weizenfeldern Skånes. Oder von dem eisigen Winterwind Schwedens.

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Über Marlene

Im Gegensatz zu Berlin, riecht es in der Ubahn in Stockholm nach Zimtschnecken. Ein Grund meine Wahlheimat zu verlassen und wieder gen Norden zu ziehen. Zur Zeit wohne ich in Malmö mit Sicht auf Kopenhagen und schreibe über Film, Musik und Kultur.

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