Review: Ragga Gröndal – Svefnljóð


In diesem Album steckt mehr als nur Musik… vielemehr findet man fast schon eine Marktlücke.

Als Kinder der 80er-Jahre bin ich mit Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg in den Schlaf gedriftet. Und auch wenn keine darüber sprechen mag, es gibt doch bis heute Erwachsene die gerne mit Musik (oder Fernseh-Geräuschen) einschlafen. Ach ja und nun fragt ihr euch, wie ich den Bogen zu diesem Album schaffe? Keine Angst, es ist alles ganz anders.

Ragga Gröndal stoplerte vor einiger Zeit über ein Gedicht von Kristín Jónsdóttir im Jahr 2009, das sie auf eine Reise mitnahm und als Resultat dieses Album hervorbrachte. Die vermeintlichen Zeilen lauteten wie folgt: „Sleep my love and let the sounds of the wind turn into a soft lullaby in your ears. Let your thoughts dissolve into the black night and everyday worries float away. The soft darkness soothes you like a mother’s embrace  – and you become a child again“

Die Gedichtschreiberin wünscht uns also einen so angenehmen Schlaf wie es nur ein Baby haben kann. Und der Wind wird zum lieblichen Schlaflied für uns. In der Tat heißt auch der Titel der CD „Schlafgedicht“ (oder Schlaflied) und entlehnt sich aus dem ersten Song des Albums. Raggas Idee war eigentlich so simpel und so gut wie man es nur erträumen kann. Ihre Lieder sind alle samt von Lyrik inspiriert aber auch von dem Moment wenn man die Gedanken loslässt, sich auf die Musik fokussiert und in das Traumland abschwebt. Die Lieder sind allesamt Vorlagen für Traumwelten – mal lieblich mal düst’rer – aber immer irgendwie 2-5 Meter über dem Boden irgendwo in den Tiefen des Schlafes.

Dabei variiert der Musikstil von klassisch anmutenden Stücken mit Piano, das sich größten Teils in allen Stücken wiederfindet, aber auch progressiveren Melodien und Instrumenten, die die jeweilige Stimmung, Szenerie, Gebilde und Figuren im Kopf entstehen lassen. Dadurch, dass Ragga auf isländisch singt, ist der Klang in Kombination mit den Melodien wahnsinnig märchenhaft und verspielt und es entsteht genau die Seifenblase die man braucht, um in den Traum zu fliehen.

Wem das jetzt alles ein bisschen zu kitschig klingt, dem sei es empfohlen sich dennoch der Scheibe zu widmen. Ragga Gröndal regt selbst an, dass man die Platte mit voller Aufmerksamkeit hören kann oder einfach zum Einschlafen neben bei laufen lassen sollte.

Es funktioniert wunderbar.

Wir empfehlen auch die momentante Tour von Ragge:
Ganz besonders die Veranstaltung am 11. November in Erlagen. Dort tritt Sie zusammen mit Elin Kaven in der Reihe Polarnächte auf.


Über Tine

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