Einar stray orchestra | 01.10. | E-Werk Erlangen


Das Konzert findet in der Clubbühne des E-Werk Erlangen statt und Karten gibt es im Vorverkauf ab 14,- Euro und an der Abendkasse für 15,- Euro sowie unter www.e-werk.de.


In seiner norwegischen Heimat gilt das EINAR STRAY ORCHESTRA noch immer als ein Geheimtipp im musikalischen Underground. Als vor drei Jahren das Debütalbum Chiaroscuro – damals noch unter dem Namen Einar Stray – in Norwegen erscheint, ist dies immerhin der Startpunkt eines beindruckenden Werdegangs. Die Reaktionen sind ausnahmslos positiv; die Band wird zum Beispiel noch im gleichen Jahr auf das sehr geschmackvolle By:larm Festival eingeladen. Die eigentliche Begeisterung aber bricht sich Bahn im Rest von Europa, wo diese sehr junge Band aufdem Iceland Airwaves oder der Berlin Music Week spielt und bleibenden Eindruck hinterlässt. Im darauf folgenden Jahr wird Chiaroscuro international veröffentlicht und findet vor allem im Mutterland des Pop und in Deutschland großen Anklang. Gerade im letzteren sprechen sich die Qualitäten der Band schnell herum: Mehr als die Hälfte der Konzerte der fantastischen Debüttour sind aus dem Stand heraus restlos ausverkauft. Es folgen die Einladung des Isländers Ólafur Arnalds, mit ihm in Moskau zu spielen, mehrere Klubtouren in ganz Europa und eine weitere Einladung in Russland zu touren, diesmal von Múm. Als EINAR STRAY ORCHESTRA im Herbst 2012 in der überfüllten St. Pauli Kirche in Hamburg während des Reeperbahn Festivals spielt, ist es mucksmäuschenstill und der versammelten Musikindustrie stehen die Tränen in den Augen. Gut 150 Konzerte hat die Band seitdem gespielt, bevor sie im letzten Sommer mit Produzent Hasse Rosbach (Moddi, Team Me) die Arbeiten am zweiten Album beginnt.
Das neue Album Politricks stellt zentral den bedingungslosen, kindlichen Glauben, die Heldenverehrung in Frage: es erzählt die Geschichte des Übergangs der Bandmitglieder von unschuldigen Kindheitstagen zur nicht so wirklich unschuldigen Erwachsenenwelt. Es geht um Risse, die plötzlich entstehen, um den Verlust eines Freundes ebenso wie einen Abschiedsbrief an Gott, der jedoch nie abgeschickt dafür aber zu einem der Stücke wurde. Politricks erzählt vom Konflikt mit der eigenen Herkunft, davon, aus einem Land zu kommen, das einen Friedenspreis vergibt, aber gleichzeitig seinen unglaublichen Wohlstand mit schmutzigen Ölgeschäften aufbaut. Musikalisch wird den Ideen der Raum und die Zeit gegeben, die sie eben einfach benötigen. Kommen die Einflüsse nach wie vor von Künstlern wie Sufjan Stevens und Godspeed You! Black Emperor, so ist Politricks in seinem Facettenreichtum doch leichter zugänglich als das Vorgängeralbum. Von Hasse Rosbach produziert und von Nick Terry (Libertines, Klaxons, Serena Maneesh) gemischt, schimmert durch die dunkle Melancholie und die sorgsam gesetzten Orchesterarrangements hindurch doch immer ein Hang zur Popmusik. Das charakteristische Piano stellt Stray zudem zugunsten von Gitarrenwänden oder stimmungsvollem Shoegaze gelegentlich in den Hintergrund und lädt ein zu einer abwechslungsreichen Fahrt von zerbrechlichen, intimen a capella Stücken wie in „For The Country“ hin zu ausufernden Rock-Crescendi. Politricks erscheint am 12.09.2014.


Über Tine

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