Ein Krake für die Schleuse


In Stockholm, so wie in jeder anderen Stadt Europas, wird ständig um- und ausgebaut um dem wachsenden Verkehr in den Innenstädten Herr zu werden. Ein berühmter Verkehrsknotenpunkt in der schwedischen Hauptstadt ist Slussen (dt. Schleuse). Dieses alte Bauwerk wurde über die Jahrhunderte immer wieder angepasst  – doch jetzt hat ein visionärer Ingenieur eine Idee gehabt, die den alten Platz definitiv interessanter machen würde.

Doch zu erst sollte man die Geschichte betrachten. Das Bauwerk wurde 1642 von einem Holländer erbaut und verbindet seid dem den See Mälaren mit der Ostsee. Nachdem das Bauwerk 1750 von  Christopher Polhem umgebaut wurde, bestand es in dieser Form bis 1920. Durch den rasch wachsenden Verkehr wurde dann 1935 der Kleeblatt-Kreisel hinzugefügt. Dieser war bereits damals schon für den Rechtsverkehr vorgesehen – die Schweden fahren erst seit 1968 auf der „richtigen“ Seite ;) .

Doch der Zahn der Zeit nagte an den alten Fundamenten und nun ist die gesamte Anlage so heruntergewirtschaftet, dass eine Sanierung nicht mehr in Frage kommt. Schade eigentlich, denn es es wurde verpasst, die alte Substanz aus dem 17. Jahrhundert zu bewahren und konservieren.

In den Neunzigern wurde dann also ein Architektenwettbewerb ausgerufen. Man kam zu einem Ergebnis und seit 2007 wird nun Stück für Stück die Modernisierung vorangetrieben. Doch weil eben diese neuen infrastrukturellen Entwürfe keine Rücksicht auf die Leistung der alten Baumeister nimmt, bewegt sich also ein Protest. Dieser nennt sich SLUSSEN Plan B – doch durchzusetzen ist er natürlich nicht mehr.

Jetzt kam aber ein findiger Ingenieur auf die grandiose Idee von PLAN C. Dieser beinhaltet den Erhalt der alten Strukturen und will es mit etwas verbinden, das auch der Stadt einen Hingucker bringt. Per Gantelius sagt von seiner Idee selbst, dass es kein wirklich ernst zunehmender Entwurf für den Verkehrsknotenpunkt ist, aber nur ein Scherz ist es auch nicht. Er selbst betitelt sich als Stuffmatic, denn er kombiniert sein Ingenieurwesen mit 3D-Modeling, Music und allerhand Kreativem. Weiter sagt er auch, dass die Krake ein neues Wahrzeichen der Stadt wäre, die Menschen mache es glücklich und im Winter kann man durch die Röhren trocken und warm vom einen Ende der Kreuzung zum anderen gelangen, ohne dass man sich dem Wetter aussetzen muss. Die alte Bausubstanz würde unter dem Getier erhalten bleiben, wenn auch sie nicht mehr sichtbar wäre

Zugegeben das Röhrenmonster sieht eher aus wie die Rutschenwelt eines Vergnügungsbades, aber irgendwie wär es doch wirklich mal eine coole Idee. Oslo hat seine Eisschollen-Oper wieso sollte Stockholm nicht die Krakenschleuse haben?

Bleibt nur noch zu wünschen, dass der Stockholmer Ingenieur vielleicht doch irgendwann sein Können unter Beweis stellen kann. Interessant würde die Architektur dadurch alle mal.


Über Tine

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