Nordwärts mit Myrra Rós


Ein warmer Sommerabend, ein paar kühle Drinks und ein wunderbares Konzert mit klangvollen, sanften Tönen. Sowas klingt doch nach einem perfekten Freitag Abend im Juni. Einen solchen bot Myrra Rós ihrem Publikum am 6. Juni in der Tafelhalle in Nürnberg bei der Konzertreihe Nordwärts.

Mit einer kleinen Verzögerung begann das Konzert mit Myrra an der Gitarre. Zunächst war Sie noch etwas schüchtern und blühte mit jedem Song etwas mehr auf. Sie präsentierte einige Lieder von ihrem Soloalbum, begleitete sich selbst an der Gitarre und zog dann endgültig mit ihrem herzlichen Charm die ausverkaufte Tafelhalle in ihren Bann. Die melancholisch-leichten Lieder vermochten wahrlich das Eis zu brechen.

Wäre das schon ein wunderbares Konzerterlebnis für einen herrlichen Sommerabend gewesen, doch sie hatte einen Teil ihrer neuen Band dabei. Mit dem Projekt „Var“ in der minimal Besetzung trat sie nach einer kurzen Pause auf. Die Musik wandelte sich dann ein bisschen von der Singer/Songwriterin hin zum atmosphärischen Klangerlebnis. Neben Gitarre und Bass mischten sich dann noch elektronische Klänge hinzu und begeisterten das Publikum. Experiment geglückt!

Mit Standing Ovation verabschiedeten sich die Musiker dann und ließen den Abend mit einer kleinen Zugabe ausklingen.

Wir haben die Isländerin Myrra Rós nach ihrem wundervollen Konzert in der Tafelhalle interviewt und sie kurz zu ihrem Debütalbum und neuem Projekt „Var“ befragt.

Kommen wir zuerst zu deinem ersten Album „Kveldulfur“. Es ist sehr melancholisch und  hat sehr viele weiche Töne. Was einem da in den Sinn kommt ist: Was inspiriert dich, wenn du Lieder schreibst?
Myrra:
Eigentlich hat alles mit meinem Leben zu tun. Es geht um Beziehungen zu Menschen und was ich um mich herum so sehe. Ein bisschen vom „alltäglichen Leben“. Das Album ist 2012 in Island erschienen und seit 2013 auch in Deutschland erhältlich.

Auf deinem Album sind Lieder in Isländisch und Englisch. Schreibst du die Songs zuerst in Isländisch und dann findest du einen englischen Text? Wie komponierst du die Lieder?
Myrra:
Sie kommen mir einfach so in den Sinn. Manchmal Melodie und Text gleichzeitig und ein andern mal zuerst die Melodie und dann lege ich einen Text darüber. Ich wünschte mir, ich würde mehr in Isländisch schreiben, aber ich war ein bisschen nachlässig damit in letzter Zeit. Englisch fällt mir irgendwie leichter, außerdem verstehen es mehr Menschen und ich kann sie so leichter erreichen. Dennoch sagen Viele ich sollte mehr isländische Songs schreiben.

Du hast neben deinen Soloauftritten auch ein Bandprojekt – „Var“. Was bedeutet der Name?
Myrra:
„Var“ kann zwei Sachen bedeuten. Zum einen etwas, das gewesen ist und zum anderen, dass man etwas Unterschlupf gewährt und so kommt der Name der Band zu Stande „Unterschlupf/Heim für die Musik“

Du spielst in dieser Band mit anderen zusammen, wie kam die Idee vom Solokünstler zum Bandprojekt zu wechseln?
Myrra:
Mein Ehemann Julius und ich haben beide vorher in einer kleinen Band namens „Andvari“ gespielt. Wir haben zusammen die Musik gemacht, aber die anderen Jungs in der Band fanden diese ein bisschen zu langsam für „Andvari“. Also löste sich die Band auf.
Ich kenne Julius schon lange und waren immer gut befreudet. Also beschlossen wir selbst weiterhin zusammen Musik zu machen  – nicht nur irgendwas sondern etwas! Daraus wurde Var.

Dass es nun doch eine „richtige“ Band wurde ist eher ein Zufall, oder?
Myrra:
Ja, wir haben nicht geplant einen Band mit fünf Mitgliedern zu werden. Es sollten eigentlich nur wir zwei sein, aber es ist einfach so passiert.

Zum Abschluss noch unsere wichtigste Frage: Welches Isländische Wort oder Satz sollten Deutsch unbedingt kennen.
Myrra:
Oh, vielleicht „A bjór, takk.“ (Ein Bier, bitte!) Oder einfach höfliche Dinge wie „þakka þér.“ (Vielen Dank!). Das ist immer gut.

 

þakka þér, Myrra Rós. =)

 

(FOTOS: Markus Moises)

 


Über Tine

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